Einführung:
Die brasilianische Gesellschaft Vale ist der weltgrößte Eisenerz-Produzent und der zweitgrößte im Nickelbergbau. Vale hat einen Gesamtmarktanteil von circa 35 % (weltweit). Die Gesellschaft kontrolliert und entwickelt die ganze Wertschöpfungskette: von der geologischen Erkundung, der Förderung und dem Transport des Eisenerzes in großen Mengen bis hin zum Seehafen der Kunden. Die wichtigsten Kunden kommen aus China.
Vale hat möglicherweise eine der problematischsten Geschäftsaktivitäten. Aus dem kürzlich veröffentlichten Bericht des britischen Think-Tank „Chathma House“ entnehmen wir, dass der ganze Sektor großen Herausforderungen gestellt sein wird. Außer dem grundsätzlichen Kampf um das wirtschaftliche Eigentum der Ressourcen ist der Industriezweig raschen volkswirtschaftlichen Änderungen unterstellt, die mehrheitlich den Ursprung in den Entwicklungsländern haben. Dies wird zu höheren Preisschwankungen führen. Externe Faktoren, welche nicht missachtet werden sollten, sind: höhere Preise für Elektrizität, Öl und Gas, Lebensmittel und politische Umschichtungen. All diese Faktoren werden zu Betriebsunterbrechungen führen. Des Weiteren stellt man fest, dass die Mehrheit der zur Verfügung stehenden Ressourcen schon abgebaut worden sind. Die restlichen Minen sind in abgelegenen und schwer zugänglichen Gebieten vorhanden. Um diese Ressourcen abzubauen, braucht es die beste Technologie und jene Ausrüstungen, die sich nur die größten Bergbau-Gesellschaften leisten können.
Die Gesellschaft wurde bis ins Jahr 2011 durch ein Management-Team geleitet, welches eine Anzahl von Fehleinschätzungen gemacht hat. Dies führte dazu, dass schlechte Investitionen außerhalb des eigentlichen Geschäftsbereiches getätigt wurden. Die gegenwärtigen Restrukturierungsaufwendungen werden dazu führen, dass Maßnahmen zur Senkung von Kosten relativ schnell sichtbar werden, jedoch die mehr aussagekräftige Umgestaltung für eine nachhaltige Aufrechterhaltung der Produktion, wird erst in einigen Quartalen sichtbar sein.
Wegen sinkender Preise für Eisenerz und Aluminium hat Vale mit einer Abwertung von Sachanlagen begonnen. Insgesamt wurden Wertberichtigungen von über USD 5,7 Milliarden gemacht. Davon entfallen USD 4,2 Milliarden auf das eigene Nickel- und Aluminium-Portfolio und USD 1,3 Milliarden auf den Buchwert der Beteiligung an Norsk Hydro.
Stärken- und Schwächen-Analyse / Fundamental-Analyse:
Stärken:
- Durch die konkrete Umsetzung des Umstrukturierungsplanes hat sich Vale einen Vorteil verschaffen – diese Anstrengungen werden eine effizientere Gesellschaft herbeiführen.
- Gegenüber der direkten Konkurrenz hat Vale hat einen Wettbewerbs-Vorteil.
- Die Gesellschaft ist der Besitzer des größten Minen-Netzwerkes weltwelt. Das neue Management-Team hat versichert, explizit auf eine bessere Optimierung der Bewirtschaftung zu achten.
- Durch die Restrukturierung konzentriert sich Vale wieder auf das Kerngeschäft.
- Vale hat die tiefsten Produktionskosten (weltweit) für Eisenerz. Der Preisansatz liegt bei circa USD 38,00 pro Tonne und beinhaltet den Transport bis zum Exporthafen.
Schwächen:
- Vale wurde 1997 privatisiert. Jedoch bestehen nach wie vor direkte und indirekte Beziehungen mit der Regierung, welche zeitweise die Landesinteressen aufdringt.
- Vale ist schlecht diversifiziert und ist damit wirtschaftlichen Schwankungen mehr ausgesetzt als die Konkurrenz.
- Selbst mit der Inbetriebnahme der Mega-Bulk-Carriers ist Vale benachteiligt gegenüber australischen Eisenerz-Produzenten. Die zwei wichtigsten Punkte sind: a) fehlende Hafeninfrastrukturen in China, welche ermöglichen, dass solche Carriers direkt andocken können und b) Australien hat bessere politische Beziehungen mit China als Brasilien.
Investment opportunity / Portfolio-Management
Operationelles Risiko: Hoch
Erwarteter Umsatzwachstum: Weit unter dem Durchschnitt
Anlageorientierung: Gruppe: „Best in Class“ mit Investitions-Themen: Emerging Market Exposure
