Beschreibung:
Das Unternehmen 3M, mit Sitz in St. Paul, Minnesota/USA, wurde im Jahre 1902 als Minen- und Fabrikationsgesellschaft gegründet. Heute ist 3M eines der weltweit bedeutendsten und am besten diversifizierten Industrieunternehmen. Die Gesellschaft ist vor allem aufgrund seiner Produkte, wie das Scotch-Klebeband und dem Post-it-Notizzettel, bekannt. Das umfangreiche Produktangebot (mehrere Tausend Artikel) des Unternehmens 3M basiert auf circa 500 Patenten und beinhaltet Technologien wie Flüssigkristall-Filme, Gesundheitstechnologie, Hochleistungskleber und mehr als 40 patentgeschützte Technologie-Plattformen.
Die 3M hat eine starke Unternehmenskultur für Entwicklung, Effizienz und stets das Ziel nach guten Endzahlen. Alle Produkte sind auf einer limitierten Anzahl von nennenswerten technologischen Entwicklungen aufgebaut. Die Gesellschaft meistert hervorragend eine 10-fache und höhere Anwendung und Verbreitung einer einzelnen Applikation. Das Rückgrat des Erfolges der 3M sind das meisterhafte Verstehen von Produkten, verfügbare Technologien und vor allem pflegt die Gesellschaft eine gute Kommunikation zu ihren Kunden.
Unter dem Geschäftsführer George Buckley hat 3M das Budget für Zukäufe um 25 % erhöht. Heute werden 4 % des jährlichen freien Cashflows für Gesellschaftszukäufe aller Art aufgewendet. Unter seiner Schirmherrschaft hat die Gesellschaft vermehrt neue Produkte und Neuentwicklungen auf den Markt gebracht. Heute werden im Durchschnitt 1/3 aller Produkte alle 5 Jahre neu entwickelt – früher war diese Kennzahl unter 20 %.
Mit der neuen Führung von Inge Thulin wird erwartet, dass die Gesellschaft vermehrt auf den internationalen Markt vorstoßen will, weil die nordamerikanischen Aktivitäten zu kleine Margen abwerfen und wenig neues Wachstum verspricht. Der jährliche Umsatz der 3M in Nordamerika sank bis heute von 53 % (im Jahre 2000) auf circa 35 %. Von besonderem Interesse für 3M ist eine Weiterentwicklung der Aktivitäten in den Entwicklungsländern (Asien und Südamerika), weil dort höhere Margen erzielt werden können. Die Gründe dafür sind a) durchschnittlich kürzere Entfernung zu den Produktionsstätten und b) höhere Produktmargen. Ganz allgemein hat die 3M einen relativ kurzen Kauf-/Verkaufs-Zyklus von 30 Tagen.
Es ist gut zu sehen, dass die 3M wieder vermehrt das eigene Wachstum in den Mittelpunkt stellt. Die jährliche Umsatzsteigerung wird auf 3 % bis 5 % prognostiziert. Davon entfallen 1 % bis 2 % auf natürliche Preiserhöhungen und 2 % bis 4 % sollen mit höherem Volumen verbunden sein. Des Weiteren wird erwartet, dass die Gewinnmarge bei circa 22 % bleiben wird. Die EPS-Marge wurde in der Vergangenheit durchschnittlich um 8 % erhöht. Die neue Geschäftsführung hat sich das Erreichen der 10-%-Marke zum Ziel gesetzt. Dies wird möglich, weil die Gesellschaft ein Bestreben hat, a) eine noch bessere Produktivität zu erreichen und b) weil das Aktienrückkauf-Programm aufgestockt wurde. In den nächsten Quartalen sollen nun eigene Aktien für einen Gesamtbetrag von neu circa USD 4 Milliarden (alt USD 2,5 Milliarden) zurückgekauft werden.
Stärken- und Schwächen-Analyse / Fundamental-Analyse:
Stärken:
- Die international orientierten Gesellschaftssparten wachsen schneller als der lokale Markt (USA).
- Die 3M hat einen guten Ruf für Gesellschaftszukäufe und deren Integration.
- Die 3M hat während der letzten Jahre eine ganze Anzahl von Firmen gekauft, hat aber diesbezüglich nie eine Rückstellung machen müssen.
- In den letzten 10 Jahren hat die Gesellschaft stets einen Gewinn auf das investierte Kapital erwirtschaftet, der höher als die durchschnittlichen Kapitalkosten der Gesellschaft war.
- In der gleichen Zeitspanne hatte die 3M einen durchschnittlichen freien Cashflow, der 15 % des Umsatzes ausmachte.
- Die EV/EBITA Marge ist konstant bei circa 8x.
Schwächen:
- Die 3M hat einen relativ kurzen Kauf-/Verkaufs-Zyklus von 30 Tagen; heute wird diese Kennzahl zu einem Schwachpunkt, da die nordamerikanischen Konsumenten an Kaufkraft verloren haben.
- Dieser relativ kurze Zyklus gibt der Gesellschaft mittelfristig wenig Sicherheit und eine schlechte Zukunftsvision.
- Der erwirtschaftete Umsatzwachstum zwischen 2005 und 2012 beruht mehrheitlich auf neuen Zukäufen, das interne angetriebene Wachstum ist daher nicht nachhaltig.
- Das erneute Abflachen der Wirtschaftserholung ist eine neue Herausforderung für 3M – und dies ist von großer Bedeutung – da 42 % des Umsatzes in den Entwicklungsländern erfolgen.
- Der Umsatz ist sehr stark vom Gebrauch von elektronischen Konsumgütern abhängig. Die amerikanischen Konsumenten haben in den letzten Quartalen ihr Kaufverhalten geändert. Die Verbraucher geben heute wieder mehr für Autos und den damit verbundenen Kosten aus.
- 3M ist sehr stark den Risiken eines Mischkonzerns ausgesetzt.
- Mit einer verstärkten internationalen Präsenz, setzt sîch die Gesellschaft selbst höheren Risiken aus. Diese sind nicht ausreichend und marktgerecht honoriert.
