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BOEING

Einführung:
Boeing, mit Sitz in Chicago, ist die größte Exportgesellschaft der USA. Die Firma produziert einen Verkaufserlös von über USD 82 Milliarden und beschäftigt weltweit mehr als 174 000 Mitarbeiter. Abgesehen von kommerziellen Flugzeugen und Luftverteidigungssystemen, erzeugt die Gesellschaft Produkte, die im täglichen Gebrauch der USA und der Welt-Wirtschaft stehen. Die Produkte werden in Entwicklungsländern mehr gebraucht als in der westlichen Welt.Die Luftfahrt steht eindeutig immer im Vordergrund, der kommerzielle Flugverkehr und Flugzeugbau bildet dabei die langfristige Triebkraft.

Boeing schätzt, dass in Kürze weltweit mehr als 14 000 Flugeinheiten ersetzt werden müssen und, dass weitere 20 000 Einheiten dazukommen, vorwiegend aus den Entwicklungsländern. Diese Einheiten müssen über einen Zeitraum von 20 Jahren gebaut werden und stellen einen Totalwert von circa USD 4,5 Billionen dar.

Die Entwicklung der 787-Produktlinie ist für die Gesellschaft einen Meilenstein und erlaubt Boeing, sich im Inter- und Kontinental-Flugzeugbau deutlich von der Konkurrenz abzuheben. 

Im Verteidigungsgeschäft ist Boeing weltweit die Nummer 2. Dieses Segment generiert einen Verkauftserlös von circa USD 31,8 Milliarden oder circa 40 % des Umsatzes im Jahre 2011. Wegen nationaler Sparmaßnahmen wird erwartet, dass dieser Anteil absinkt oder bestenfalls stagniert – spätestens bis 2018. Allein das amerikanische Verteidigungsministerium hat Sparmaßnahmen von circa USD 18 Milliarden aufgelistet. Davon entfallen circa USD 9 Milliarden auf die Navy und weitere USD 2 Milliarden auf die Air Force.   

Stärken- und Schwächen-Analyse / Fundamental-Analyse:
Stärken:

  • Boeing hat einen Produktions-Nachholbedarf von mehr als 1 000 Flugeinheiten. Dies bietet Investoren eine gewisse Sicherheit für zukünftige Einnahmen.
  • Das Geschäft von Boeing ist sehr gut und ganz natürlich „umzäunt“ (ring-fenced). Es wird geschätzt, dass die Neuentwicklung eines Flugzeuges Kosten in Höhe von circa USD 16 Milliarden verursacht.
  • Die Fertigentwicklung der 787-Produktlinie wird erhebliche Cashflows generieren und Produkterweiterungen bieten.
  • Dank seiner Technik und Entwicklungen hat Boeing die Möglichkeit, bestehende Flugzeugtypen zu neuen Standards zu adoptieren und zu optimieren.
  • Boeing hat von der U.S. Air Force den Auftrag über den Neubau einer Tank-Flugzeug-Flotte erhalten. In einem ersten Schritt, das heißt bis 2018, werden 18 Einheiten geliefert. Dies stelt einen Verkaufswert von USD 3,5 Milliarden dar. In weiteren Jahren werden die restlichen 159 Einheiten geliefert. Sollte die Armee alle 400 Einheiten ersetzen, würde dies ein Gesamtauftragsvolumen von über USD 75 Milliarden bedeuten.

Schwächen:

  • Boeing ist gegenwärtig nicht fähig den Produktionszyklus von circa 9 Monaten zu reduzieren.
  • Der Anteil des Verteidigungsgeschäftes ist rücklaufig: a) zum einen wegen reduzierten Haushaltsbudget und b) weil Lockheed Martin mit dem Ramp-up seiner F-35-Serie begonnen hat. Dadurch exponiert die Gesellschaft mehr und mehr in ein zyklisches Geschäft.
  • R&D hat und wird weiterhin Geld verschlingen, und zwar wegen anhaltender Probleme mit der 787-Produkt-Serie, daher kann kein Aktien-Rückkaufprogramm implementiert werden.
  • Das Businessmodell von Boeing ist stark den ökonomischen und wirtschaftlichen Zyklen unterworfen.
  • Auch wenn Boeing den Produktionszyklus der 787-Serie in den Griff bekommt, wird die Gewinnmarge erst sehr spät erreicht werden. Dies weil: a) die Entwicklungkosten und der Entwicklungszeitraum um ein mehrfaches überschritten wurden, b) die Strafgebühren sehr hoch sind und c) Batterie-Probleme neue Entwicklungskosten verursacht haben.

Investment opportunity / Portfolio-Management
Operationelles Risiko: Durchschnitt
Erwarteter Umsatzwachstum: über dem Durchschnitt
Anlageorientierung: Group “Best-in-Class”: Investitions-Thema: All-Star, American Stars