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Changing Patterns

Die Gewinner in einem wechselden Umfeld, mit steigenden Zinsen, findenDie Gewinner in einem wechselden Umfeld finden

Aktienmärkte werden durch wirtschaftliche Ereignisse angetrieben, diese können nicht nur einen langfristigen Charakter haben, sondern können auch einer kurzfristigen Denkweise entsprechen. In der Vergangenheit dauerte ein konjunktureller Zyklus über mehrere Jahre (im Durchschnitt ca. 9 Jahre). Heute sind diese Zyklen viel kürzer, d. h., nur 2–3 Jahre. Was noch wichtiger ist, ist, dass die Differenz zwischen dem Höchstpunkt und dem Fußpunkt eines Zyklus viel größer ist und besser beobachtet wird.

Dies hat eine Reihe von wichtigen Konsequenzen. Zum Beispiel tendieren Investoren dazu, die Realität des Marktes zu überschätzen und investieren in Zielobjekte mit immer höheren Investitionsrisiken. Anlagespezialisten und Aktienanalysten überschätzen oftmals das Aufwärtspotenzial einer Aktie oder des Marktes. Und im Allgemeinen treten Sektoren-Umschichtungen häufiger als in der Vergangenheit auf.

Ein Wirtschaftszyklus besteht im Prinzip aus 4 einzelnen Phasen: Expansion, Verlangsamung, Kontraktion und Erholung. Leistungen einer Aktiengesellschaft widerspiegeln dies zu einem großen Teil, sichtbar ist dies nur bei reinen Spezialchemieunternehmen. Weil heute die meisten Gesellschaften relativ gut diversifiziert sind, ist es oftmals schwer zu sehen, in welchem Zyklusabschnitt gerade eine bestimmte Gesellschaft steht. Sobald ein Wirtschaftszyklus beendet ist, beginnt ein neuer. Man kann also sagen, dass die Wirtschaft einem endlosen Wiederholungsprozess unterstellt ist.

Weil dies in der Tat zutrifft, ist es angebracht, dass man das Verhalten von Aktiengesellschaften und Märkten mit Ähnlichkeits- und Dispersionsanalysen differenziert. Somit können die am besten positionierten Unternehmen relativ schnell und sicher herauskristallisiert werden. Auf der Basis dieser Informationen sind wir zu dem Schluss gekommen, dass die beliebte Aussage von Analysten, Fondsmanagern und TV-Reportern, dass der amerikanische Aktienmarkt für eine Korrektur überfällig ist, falsch ist. Es ist richtig, dass der US-Markt sich im 7. Jahr eines konstanten Kursanstieges befindet und dass die Schieferöl- und Schiefergas-Entwicklung sowie die mitgehende Industrialisierung ins Stocken geraten sind. Doch gibt es andere Bereiche, wie der Pharma- und der Technologie-Sektor, welche mit Neueinführungen aufwarten. So hat zum Beispiel der Technologie-Sektor in den letzten Jahren die Entwicklung von IdD-Applikationen (Internet der Dinge) vorangetrieben und wartet nun mit der Markt-Einführung auf. Auch wenn der Wirtschaftszyklus generell in einer Verlangsamung sein sollte, wissen wir, dass Gesellschaften in Sektoren wie der Energiebranche und der Konsumbranche eine bessere Widerstandsfähigkeit zeigen und weit weniger anfällig auf weitere Kurskorrekturen sind.

Es gibt immer den einen oder anderen statistischen Anhaltspunkt, welcher eine Wahrnehmung unterstützt. Jedoch sollte keine Anlageentscheidung nur auf Statistiken aufgebaut werden. In Zeiten, in denen wirtschaftliche Zyklen weit kürzer sind als je zuvor, und das Wachstum infolge der Zentralbanken-Tätigkeit nicht mehr zu einem linearen Ergebnis führt, sondern eher einem erratischen Verhalten entspricht, ist es sehr wichtig, an einem disziplinierten Anlage-Ansatz festzuhalten. Die Jagd nach einer absoluten Leistungsbilanz ist über lange Zeit keine Anlagestrategie. Die Umsetzung dieser Strategie ist oftmals im Voraus zum Scheitern verurteilt, da zu hohe Kosten durch immer wiederkehrende Neuausrichtungen die Performance über lange Zeit zum Null-Punkt bringen.

Die Zentralbanken (FED, EZB, BoE und die BoJ) haben in den letzten Jahren einmalige monetäre Rahmenbedingungen geschaffen. Die Zinssätze wurden auf das niedrigste Niveau, der neueren Geschichte, heruntergedrosselt. In der Tat, seit den späten 70er-Jahren sanken die Zinsen fortlaufend (mit ein paar kurzen Ausnahmen.) In einem effizienten Markt widerspiegeln Zinsen die Risikoentschädigung für Anleger, ihr Geld einer Institution anzuvertrauen oder in ein Unternehmen zu investieren. Aber die eigentliche Frage, die wir uns heute stellen müssen ist: „Ist dies effektiv die Tatsache, und welche Anlageklasse mauserte sich in die höchsten Risiken?“

Tatsache ist, dass 2 der 3 wichtigsten Anlageklassen (kurzfristige Treuhand-Anlagen und Obligationen/Rentenpapiere) keine Risiko-Entschädigung mehr offerieren. Auf der anderen Seite wurden die Aktien-Anlagen überaus anfällig auf Anpassungen von Gesellschaftskennzahlen, wie z. B. erwartete Gewinnsteigerung für das laufende oder kommende Jahr.

Jedes Unternehmen durchläuft, wie die Wirtschaft, über Jahre hinweg eine Serie von diskreten Zyklen, die sich jeweils mehr oder weniger klar voneinander unterscheiden. Es ist vorab die Aufgabe der Aktienanalysten und der Anlageberater, diese Zyklen zu identifizieren und die Aktiengesellschaften fachgerecht in die Konstruktion des Wertschriften-Depots einzuführen. Dies ist jedoch nicht immer möglich. Daher ist es manchmal angebracht, die Position bis in den nächsten Zyklus zu behalten. Jedoch nicht für Unternehmen, wenn die gesamte Branche überwiegend einem negativen Trend ausgesetzt ist.

Investoren, die durch gesetzliche Verordnungen benötigt sind oder für eine persönliche Unbesorgtheit auf mehr oder weniger wohlbekannte Einzeltitel setzen, sind gut beraten, sich mit neuen Paradigmen auseinanderzusetzen. Die Schaffung und Erhaltung von Depots mit Schwerpunkt auf Rentenpapiere und absoluter Sicherheit sind dazu verdammt, dass sie in den nächsten Jahren keinen Ertrag produzieren werden. Auf der anderen Seite werden Anlagestrategien, die auf einen Leistungsaufbau mit Aktien hoffen, auf starke säkulare Wachstumstrends setzen. Jedoch erfordern diese einen Anlagehorizont von mehr als 5 Jahren.