Der Arbeitsmarkt-Bericht von vergangener Woche in den USA war ermutigend. Eine Zinserhöhung, bereits im September 2015, könnte die Folge sein. Hier einige Konsequenzen, die zu erwarten sind. |
Ein Stresstest für die Anlagestrategie!
Der gute Arbeitsmarkt-Bericht vom vergangenen Freitag hat sich für Anleger, die davon ausgehen, dass das FED die Zinsen erst zum Ende dieses Jahres oder sogar erst Anfang des nächsten Jahres erhöht, als ein Stresstest entpuppt. Auf der einen Seite sind die Zahlen gut, aber auf der anderen Seite ist der Ausblick auf den Arbeitsmarkt für die kommenden Monate kritisch, da mit Massenentlassungen im petrochemischen Sektor zu rechnen ist. Das FED ist sich dem bewusst und wird sich sicherlich nicht nur auf die Arbeitsmarktzahlen verlassen, sondern wird auch das gesamte Bild der Wirtschaft, den durchschnittlichen Stundenlohn und das Vertrauen der Konsumenten betrachten. Auch diese Zahlen werden stetig besser.
Bei Weitem wurden solche Zahlen von den meisten Investoren (also dem Markt) nicht erwartet. Was aber noch wichtiger ist: Dieses neue Paradigma ist noch nicht im Preis enthalten. Das Fazit ist also, dass sich die ganze Marktlage geändert hat.
Was bedeutet das für den Markt?
Historisch gesehen ist der Beginn des Zinserhöhungszyklus für den Aktienmarkt gut, da sich die Wirtschaft gestärkt hat. Jedoch sollten Anleger keinen direkten Durchmarsch auf dem Aktienmarkt erwarten; normalerweise (und bei diesen Umständen) beginnt der Markt mit Gewinnmitnahmen einige Wochen vor dem erwarteten Zinsanstieg. Dies sollte dieses Mal am Ende des dritten Quartals 2015 sein. In diesem Zusammenhang erwarten wir, dass der amerikanische Aktienmarkt eine hohe Volatilität bis zu diesem Zeitpunkt aufweisen sollte.
Zusätzlich erwarten wir, wenn die Zinsen effektiv steigen, dass die Titel der Sektoren „Energie und Material“ deutlich schneller als der Gesamtmarkt performen werden. Auch Banken sollten von dieser Zinserhöhung profitieren, da sie endlich Geld verdienen können mit den Geldern, die sie in der Bilanz aufgestockt haben. Für Banken mit großen Hypothekar-Portfolios ist diese Erhöhung jedoch mit Risiken verbunden. Denn Sie müssen möglichst schnell diesen Anstieg an ihre Kunden weitergeben. Schwächer gestellten Kunden könnten erhöhte Kosten zum Verhängnis werden, somit auch den Hypothekarbanken. Auch Anlagefonds, die in Immobilien (private und gewerbliche) investieren, sowie REITs sollten negativ betroffen sein.

Der Arbeitsmarkt-Bericht von vergangener Woche in den USA war ermutigend. Eine Zinserhöhung, bereits im September 2015, könnte die Folge sein. Hier einige Konsequenzen, die zu erwarten sind.