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Die BNP wartet auf die Strafe

BNP - Kaufempfehlung, Zahlen und DateEine Geldstrafe oder etwas anderes – Aktualisierung der Aktie BNP Paribas S.A

Mit Lichtgeschwindigkeit wird die Geldstrafe für die BNP größer und größer. Vor zwei Wochen lag der Betrag für die Nichteinhaltung der US-Sanktionen gegen Iran, Sudan und Kuba bei 5 Milliarden Euro (USD 6,75 Mrd.), jetzt ziehen die US-Behörden in Betracht, dass ein Arrangement mit der US-Justiz mehr als 7,35 Milliarden Euro (USD 10 Milliarden kosten soll. Mit anderen Worten, die Geldstrafe liegt zwischen EUR 4,00 und EUR 6,00 je BNP-Aktie, dies sind 7,8 % bis 11,5 % des derzeitigen Aktienkurses.

Wie hoch die Geldbuße auch sein wird, was mich an diesem Fall zutiefst beeindruckt ist, dass ein Land, welches sich für die Förderung der Demokratie und die Handelsfreiheit so sehr verpflichtet, systematisch und überall rechtliche Maßnahmen zu ergreifen, um Gesellschaften, welche in Ländern ansässig sind, welche seine wichtigsten Alliierten sind, wegen nicht Einhaltung von Sanktionen andere bestraft. Noch erstaunlicher ist hier, dass sie ihre eigene Währung, die als internationales Zahlungsmittel anerkannt ist und in seiner Form von jedem Weltbürger gebraucht wird, zum Kriegsinstrument wird. War bis jetzt der USD nicht die Währung, welche den Ausdruck von Freiheit, Erfolg und Wohlstand gewährleistet?

Aber gehen wir zurück zum Alltäglichen des Unternehmens, seiner Marktkapitalisierung, der Investmentsituation und der Anlageidee für BNP. Es ist eine Tatsache, dass die Marktkapitalisierung der BNP seit Anfang April um rund 15 % gesunken ist. Daher kann man davon ausgehen, dass ein großer Teil (egal was noch kommen wird) bereits im heutigen Preis eingerechnet ist.

Davon ausgehend, dass sich die BNP für schuldig bekennt und, dass die Bank ihre US-Lizenz – und somit den Zugang zum USD Clearing-System – nicht verliert, ist die gegenwärtige Schwäche der Aktie ein guter Ansatzpunkt für lang- und kurzfristige Investoren. Die Grundlagen der Geschäftsleitung gegenüber bewährten Strategien (Diversifizierung, stetig höherer Ertrag pro Aktie und das „Tier 1 Ratio“ sind immer noch recht gut) werden wohl kaum vielen Veränderungen unterstellt sein.