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OAO Gazprom – Part 1

Beschreibung:

Die OAO Gazprom und ihre Tochtergesellschaften sind mit der Erforschung und Erschließung von Energiequellen, mit dem Transport sowie dem Verkauf von Gas und Öl (an die Russische Förderation und an Drittstaaten) beschäftigt. Der wichtigste Aktionär von Gazprom ist die russische Regierung, sie hält einen Anteil von 50 %.

Der Größe nach ist Gazprom eine der weltgrößten Energiegesellschaften mit nachgewiesenen oder vermuteten Vorkommen von circa 149,7 Milliarden BBOE. Die kurz- bis mittelfristige Perspektive der Gesellschaft basiert auf eine dominante Verkaufs-Position von Gas an den russischen Endkonsumenten. Dieser Anteil liegt heute bei 70 %, circa 27 % des Volumens werden in Europa verkauft und die restlichen 3 % an übrige Staaten in der Region sowie nach Asien.

Nach Angaben des South-Stream-Konsortiums (die Aktionäre sind: Eni und Gazprom, je 50 %) werden die europäischen Staaten in den nächsten 6 Jahren circa 80 Milliarden Kubikmeter mehr Gas verbrauchen und bis 2030 soll der Mehrverbrauch um circa 140 Milliarden Kubikmeter höher sein. Mit der South-Stream-Gasleitung wird Gazprom eine noch dominantere Stellung einnehmen können. Denn das Gegenprojekt, die Nabucco-Pipeline (die Aktionäre sind: OMV Group: 24,34 %, BOTAS Petroleum Pipeline Corporation, Bulgarian Energy Holding EAD, MOL Group, Transgaz, je 16,67 % und die GDF SUEZ Company 9 %), wird kaum über die Planungsphase hinausgehen können. Es sind einfach noch zu viele Unsicherheiten vorhanden.

Langfristig möchte die Gazprom auch den asiatischen Markt erschließen und hat deshalb ein gigantisches LNG-Projekt in Planung. Dieses Projekt soll vor allem Märkte wie Indonesien, Korea, Thailand, China und Indien beliefern.

Kurzfristig muss sich die Gesellschaft mit einem Margen-Zerfall befassen. Auf der einen Seite erhob die Russische Föderation die Förderungsteuer um 23,65 % (von RUB 859 auf RUB 1062 pro 1 000 Kubikmeter). Und auf der anderen Seite muss die Gesellschaft seinen Kunden nachträglich für das Jahr 2012 Preisnachlässe gewähren.

Gazprom ist einer der wichtigsten Gasproduzenten weltweit. Die meisten Gasfelder sind östlich des Urals (Achimov-Feld, Bovanenkovo-Feld, Zapolyarnoye-Feld, Zapolyarnoye-Feld), um nur die wichtigsten zu nennen. Der Hauptmarkt befindet sich jedoch im europäischen Raum (westlich des Ural-Gebirges). Weil Gas die beste alternative zu Erdöl ist, ergibt sich für die Gazprom eine sehr gute Markteröffnung sowohl in Asien als auch in Europa.

Ein kürzlicher Schlichtungsspruch entschied, dass der Gaspreis nicht mehr dem Ölpreis angeglichen werden muss. Dazu kommt, dass ein Überangebot an Gas in den Vereinigten Staaten herrscht und es möglich ist, dass auch amerikanische Unternehmen den europäischen Raum (mit LNG) beliefern. Mit diesen zwei Angeboten ist eine offene Preisbildung (nach Angebot und Nachfrage) für Gas möglich. Kürzlich hat die Gazprom entschieden, ihre langfristigen Kunden mit retroaktiven Preisnachlässen zu begünstigen. Für diesen Zweck hat die Gesellschaft Provisionen und Rückstellungen von circa USD 6 Milliarden gemacht.

Der Hauptaktionär von Gazprom ist der russische Staat. Immer wieder wird es zwischen Gazprom und dem russischen Staat zu Interessenkonflikten kommen – dies zeigen bereits in der Vergangenheit getroffene Entscheidungen, welche nicht alle nach wirtschaftlichen Aspekten gemacht wurden.

Stärken- und Schwächen-Analyse / Fundamental-Analyse:
Stärken:

  • Gazprom ist der Haupt-Gaslieferant für den europäischen Raum.
  • In den nächsten 6 Jahren wird die Nachfrage nach Gas in Europa um 15 % steigen und bis 2030 um nochmals 24 %.
  • Welche Pipeline auch immer gebaut oder genutzt wird, Gazprom wird immer Gas in das Leitungsnetzwerk einspeisen können.
  • Gas wird als die wichtigste und beste Alternative zu Öl angesehen.
  • Mit dem stetig steigenden Lebensstandard in Asien, werden die asiatischen Konsumenten nach mehr Gas verlangen. Dieser Markt ist noch sehr unerschlossen.

 

Schwächen:

  • Die russische Regierung ist der Haupt-Aktionär von Gazprom, die Regierung hält eine Beteiligung von 50 %.
  • Gazprom hat sich in zu vielen Pipelines engagiert. Die Rückzahlungen werden bei weiter steigenden Gaspreisen unmöglich werden. Außerdem werden die meisten Pipelines nie auf einer optimalen Auslastungskapazität geführt werden können, was wiederum Zusatzkosten verursachen wird.
  • Die Gaspreis-Entwicklung wurde vom Ölpreis abgekoppelt. Dies wird die Gewinne von Gazprom nachhaltig beinträchtigen.
  • Die amerikanischen Gas-Produzenten können in den europäischen Raum LNG anbieten, somit bekommt Gazprom Konkurrenz.
  • Die Forschung und Entwicklung der Gasfelder von Gazprom erfolgt unter harschen Konditionen (arktisches Wetter).
  • Aufgrund einer politischen Entscheidung, hat Gazprom seit Kurzem nicht mehr das Monopol, als einziger russischer Gas-Exporteur aufzutreten.