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Osram – Part 1

Beschreibung:
Osram ist der zweitgrößte Glühbirnenhersteller der Welt und entstand im Jahre 2013 als Resultat einer Absplittung der Licht-Division von Siemens. Das neu entstandene Unternehmen ist eine der wenigen Pure-Play-Möglichkeiten im Licht-Produktionssegment. Siemens wird dabei einen Anteil von 19,5 % bis auf Weiteres halten.

Osram ist eine vertikal integrierte Gesellschaft für LED-Lichtlösungen. Osram produziert und verkauft Lichtschalt- und Verwaltungsanlagen, stellt Wafer und Chip her, um Lichtsysteme elektronisch zu kontrollieren, erstellt Lichtschaltungs-Lösungen und betreibt deren Verwaltung. Das Produktangebot reicht von den traditionellen Lichtsystemen (Glühbirnen, Halogen-Lampen, Niederdruck-Entladungslampen etc.) bis hin zu den LED-Lichtlösungen (zu denen infrarotgesteuerte Strahler, Detektoren, Sensoren sowie Präzisionslaser zählen). Die Gesellschaft hat ein ehrgeiziges Restrukturierungsprogramm eingeleitet, mit dem Ziel, die Produktivität zu erhöhen und Sparmaßnahmen durchzuführen, um dem Preisrückgang gegenzusteuern.

Für Investoren erfolgt der Spin-off zu einem optimalen Zeitpunkt. Investoren profitieren von der Weiterentwicklung eines jahrhundertealten Produkts: Die traditionelle Glühbirne wird durch LED-Lampen ersetzt. Für den Verbraucher ist dies ein einfacher und symbolischer Akt. Für die Glühbirnen-Hersteller bedeutet dies, bei gleichbleibendem Volumen, höhere Verkaufserlöse und Verkaufsmargen zu erreichen. Der Hauptgrund für steigenden Umsatz liegt in der Preisdifferenz zwischen den zwei Produkttypen. Ganz offensichtlich wird bei den Premium-Produkten die Marge deutlich höher liegen. LED Produkte mit niedrigeren Margen werden die erhoffte Margenerhöhung durch kürzere Laufzeiten wettmachen können.

Es darf angenommen werden, dass der traditionelle Glühbirnen-Markt in den nächsten Jahren abnehmen wird. Denn die LED-Technologie wird immer mehr Marktanteil gewinnen. Diese Zunahme wird auch durch eine einfachere Handhabung und bessere Integration beschleunigt.

Osram erwirtschaftet heute circa 25 % des Verkaufsvolumens auf LED-basierten Produkten. Der Verkaufserlös der Gesellschaft hat folgende Kennzahlen: Amerika: 34 %, Asien und Afrika: 24 % und Europa und der Mittlere Osten: 41 %.

Da die Geschäftsleitung sich bis circa Mitte 2014 mit Restrukturierungsaufgaben befassen muss, darf erst ab 2015 mit einem Umsatzwachstum gerechnet werden. Die Direktion gab kürzlich bekannt, dass sie einen Wachstum von 12 % – 15 % anstreben.Da das Geschäft von Osram einzigartig ist, wird es sehr schwer, eine Gruppe von seinesgleichen (Peer-Gruppe) zu erstellen und danach Vergleichszahlen aufzubauen und diese zu analysieren. 

Stärken- und Schwächen-Analyse / Fundamental-Analyse:
Stärken:

  • Das Geschäft von Osram ist technologisch sehr fortgeschritten und basiert sich auch auf neuen ökologischen Auflagen, welche die traditionelle Glühbirne aus dem Markt drängen wird.
  • Die Rohmaterialkosten für die Produktion von LED-Lampen sind in den letzten zwei Jahren stets gesunken. Was sich wiederum positiv auf die Netto-Margen auswirken wird.
  • Für das Jahr 2015 werden die EBIT-Margen auf 9 % prognostiziert, die Profitabilität auf 17 %.
  • Die Gesellschaft wird dank ihrer führenden Technologie die Gangart für den restlichen Markt klar bestimmen.
  • Die jahrhundertealte Beleuchtungsindustrie unterzieht sich einer Modernisierung und Osram kann, dank seiner hervorragenden Technologie, bestens davon profitieren.

 

Schwächen:

  • Das organische Wachstum (außerhalb des LED-Geschäftes) ist auf 1,5 % limitiert.
  • Die rapportierten Wachstumszahlen von Osram sind um circa 20 % niedriger als die vom Konkurrenten Philips.
  • Die für das Jahr 2012 ausgewerteten EBIT-Margen der Divisionen „Lampen und Bestandteile“ (LED-Bereich) sowie „Lichtanlagen und Lichtlösungen“ sind negativ.
  • Das erwartete Firmen-Wachstum ist klar definiert: „Aufnahme und Anpassung“.
  • Der Markt für LED-Lampen ist sehr regulierbar, zyklisch und bedingt gegenüber dem Konsumverhalten.