Pfizer ist der weltgrößte Entwickler, Hersteller und Vertreiber von Arzneimitteln. Der jährliche Umsatz liegt bei circa USD 60 Milliarden. Die Produkt-Pipeline von Pfizer ist groß. Die Gesellschaft deckt folgende Krankheitsbilder ab: Erkrankungen der Atemwege, Infektionskrankheiten (Tuberkulose, Malaria, SARS), operative Behandlung chronischer Krankheiten, kardiovaskuläre Erkrankungen, Behandlung des zentralen Nervensystems etc. Und als Franchisegeber deckt das Unternehmen Pfizer Bereiche ab wie: die Abgabe von Impfstoffen, Produkte für die Behandlung von Blutkrankheiten, das Privatkundengeschäft für Gesundheitsartikel, onkologische Generika, Produkte aus der Biosimilar-Gruppe (Biologics).
Die Gesellschaft hat eine große und leistungsstarke R&D-Division. In den letzten Jahren war die Produkteinführungs-Quote deutlich niedriger als der Durchschnitt. Allerdings darf erwartet werden, dass Pfizer in den nächsten Jahren regelmäßig neue Produkte am Markt präsentieren wird.
Der Bestand in der gegenwärtigen Phase-III-Studie beinhaltet potenzielle Blockbuster-Arzneimittel für die Behandlung von Krebs, kardiovaskuläre Erkrankungen und der Immunologie.Für den Kauf des Unternehmens Wyeth hat Pfizer tief in die Tasche greifen müssen. Der Kaufspreis wurde durch eine Neu-Verschuldung von USD 22,5 Milliarden und der Ausgabe von zusätzlichen Aktien finanziert. Kurzfristig gesehen ist dieser Betrag außerordentlich hoch. Jedoch, wenn man diese Akquisition über eine längere Zeit anschaut und sämtliches Potenzial sowie jeglichen Synergienutzen berücksichtigt, ist dieser Vertragsabschluss seinen Preis wert.
Seit 2008 betreibt Pfizer ein außerordentliches streng geführtes Effizienz- und Sparprogramm. Es darf angenommen werden, dass diese Bemühungen auch zukünftig aktuell sein werden, da eine Anzahl von Patenten auslaufen. Daher erwarten wir, dass der Netto-Cashflow im gleichen Tempo wie in der Vergangenheit ansteigen wird und, dass die anderen betrieblichen Kennzahlen gleich bleiben werden. Anderweitig erwarten wird, dass Pfizer weitere nicht wichtige Divisionen abstoßen wird – und dies wird die Gesellschaftsstruktur weiter straffen.
Stärken- und Schwächen-Analyse / Fundamental-Analyse:
Stärken:
- Pfizer erarbeitet Kapitalrenditen, die höher sind als der Kapitalkostensatz. Es darf angenommen werden, dass dies weiterhin so bleiben wird.-
- Basierend auf der historischen Generierung von freiem Mittelfluss (“Free Cashflow“) darf angenommen werden, dass die Dividendenzahlungen weiter ansteigen werden. Im Jahre 2012 wurden 90 % des freien Mittelflusses den Investoren zurückgeführt
- Mit dem größeren Vertriebsnetzwerk (dank der Akquisition von Wyeth) können die Umsatzprognosen der Geschäftsleitung leicht übertroffen werden, welches den Nettogewinn ansteigen lassen sollte.
Schwächen:
- In der Arzneimittel-Branche sind grenzüberschreitenden Rechtsstreitigkeiten ein konstantes und hohes Risiko.
- Die amerikanische Gesundheitsreform wird einen großen Preisdruck auf die Schlüssel-Pharmaprodukte der Gesellschaft ausüben.
- Die Entwicklung von neuen Produkten ist zeitaufwendig und teuer. Die FDA kann eine Zulassung für den Gebrauch neuer Moleküle nicht genehmigen.
- Als international tätige Gesellschaft ist Pfizer stark Fremdwährungs-Schwankungen ausgesetzt. Zudem ist ein stärkerer US-Dollar negativ für Pfizer, der Verkaufserlös in US-Dollar wird dadurch geringer ausfallen.
- Die Weiterführung des Effizienz- und Sparprogrammes wird langfristig ungünstige Konsequenzen haben. Europa ist ein wichtiger Markt für Pfizer. Die staatlichen Sparprogramme werden den Verkaufserlös minimieren.
