Einführung:
Richemont wurde 1988 gegründet als Folge eines Spin-offs internationaler Vermögenswerte der Rembrandt Gruppe Ltd. aus Südafrika. Die Rembrandt Gruppe wurde 1940 von Dr. Anton Rupert gegründet und beinhaltete maßgebliche Interessen in Finanzdienstleistungen, Tabakwaren, Wein und Spirituosen, Edelmetall- und Diamanten-Minen sowie eine Anzahl von Beteiligungen in der Luxusgüterindustrie. Diese Branche wurde später (im Jahre 2008), zusammen mit der Rothmans International, zum heutigen Unternehmen Richemont.
In der Zwischenzeit hat Richemont ein eindrucksvolles Portfolio von Luxusgesellschaften zusammengekauft. Das Konglomerat beinhaltet heute Premium-Luxus-Marken wie Cartier, Van Cleef & Arpels, Piaget und Montblanc. Im Jahre 2010 hat Richemont die Aktienmehrheit der Gesellschaft NET-A-PORTER.COM gekauft. Mit diesem Schritt ergatterte sich Richemont einen Zugang zum Online-Warenhandel für Luxusartikel. Der grundlegende Gedanke war, dass die eigenständig geführte Gesellschaft NET-A-PORTER.COM neben ihren Luxus-Mode-Artikeln auch Produkte von Richemont vertreiben würde. Die Krux ist jedoch, dass man nur mit dem Vertrieb alleine, sehr kleine Bruttomargen erwirtschaften kann.
Gegenwärtig werden die Produkte von Richemont in rund 1 700 Geschäften, die auf der ganzen Welt verteilt sind, verkauft. Rund 42 % des Verkaufserlöses stammt aus Asien, rund 36 % aus Europa, 15 % aus Amerika und 9 % aus Japan. Seit dem Jahr 2009 verzeichnet die Gesellschaft einen überdurchschnittlichen Umsatz in Asien, dieser stieg von 27 % (im Jahre 2009) auf heute 42 % an. Dieser Trend wird nicht abreißen, da erwartet wird, dass bis 2020 circa 600 Millionen Menschen den Status „wohlhabend“ erreicht haben werden. Die breit gestreute Produkt-Palette von Richemont erlaubt dem Unternehmen (besser als die Konkurrenz), die asiatische Nachfrage für europäische Produkte abdecken zu können.
Das bilaterale Handelsabkommen zwischen der Schweiz und China wird für Richemont als grundsätzlich gut erachtet. Über einen Zeitraum von 10 Jahren werden die Import-Zölle um 60 % reduziert. Dies ermöglicht Richemont die Marktposition weiter auszubauen. Es wird erwartet, dass die asiatischen Verkaufserlöse um circa 8 % in den nächsten 5 Jahren wachsen werden. Demnach wird der asiatische Raum bis 2018 für circa 60 % des Verkaufserlöses verantwortlich sein.
Der gegenwärtige Wachstumstreiber von Richemont ist die Division Haute Joaillerie (Schmuck). Die Division Zeitmessung hinkt mit etwas weniger guten Zahlen hinterher. Ganz unter dem Betriebsdurchschnitt sind die Divisionen Mode (inklusive online) und Mode-Accessoires. Auf Konzernebene fiel die EBIT-Marge dieser Divisionen in kurzer Zeit von über EUR 50 Millionen auf EUR 23 Millionen.Die Gesellschaft kann eine solide Bilanz aufweisen. Es wird erwartet, dass sich bis Ende 2013 die liquiden Mittel und Zahlungsmittel-Äquivalente auf circa CHF 4 Milliarden erhöhen werden.
