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Teva Pharmaceutical Industries Ltd. – Part 1

Beschreibung:

Teva Pharmaceutical Industries Ltd. ist der weltgrößte Hersteller von Generika. Der Sitz der Gesellschaft ist in Petah Tikva (Israel); sie hat ein Verteilernetz in 60 Länder und beschäftigt rund 35’000 Mitarbeiter. Teva ist mit dem Unternehmen Procter & Gamble ein Joint Venture eingegangen – mit dem Ziel, medizinische Markenprodukte als verschreibungsfreie Arzneimittel zu verkaufen.

Teva hat gegenwärtig ein gutes Eigenmarken-Portfolio, welches auf ZNS (zentrales Nervensystem) und die therapeutische Behandlung von Atemwegserkrankungen spezialisiert ist. Die Spitzenprodukte sind unter dem Namen Copaxone (für Multiple Sklerose) und ProAir albuterol inhaler (für Bronchialasthma und Lungenerkrankung) bekannt. Die Gesellschaft kaufte kürzlich die Barr Pharmaceuticals mit dem Ziel, Synergien im Bereich der Biogenetics auszuschöpfen.

Der Generika-Markt ist sehr fragmentiert und Teva hält einen Marktanteil von circa 25 %. Dabei kann sich die Gesellschaft auf eine breite Produkteinführung stützen, auf eine hoch effiziente Produktions-Infrastruktur sowie eine gute Produktakzeptanz bei US-Patienten. Es wird erwartet, dass das Unternehmen Teva seinen Marktanteil vehement verteidigen wird – beispielsweise durch Übernahmen, Eigenentwicklung oder durch Joint Ventures. Ein weiterer Mitstreiter ist die Firma Sandoz, eine Tochtergesellschaft der Novartis in Basel. Sandoz hält einen Marktanteil von 12 % – hat aber bei Weitem nicht das aggressive Marketing sowie diese aggressiven Entwicklungsstrategien, und ist deshalb kein Konkurrent für die Teva.

Teva möchte gerne auf den hoch spezialisierten Marken-Arzneimittel-Markt weiter vorstoßen und bestehende Molekülverbindungen neu entwickeln. Dies ist jedoch sehr riskant und teuer. Das neue Schlüsselprodukt Copaxone wird voraussichtlich einen freien Mittelfluss von rund USD 3,8 Milliarden (pro Jahr) erwirtschaften. Der Verkaufserlös wird wie folgt erwartet: USA 71 %, Europa 26 % und der Rest der Welt 3 %. Dies sind hochgerechnete Zahlen und basieren auf der Annahme, dass 1/3 der Patienten das neue Copaxone-Präparat akzeptieren werden. Das Copaxone-Patent ist bis zum Jahr 2030 gültig.

Die Gesellschaft hat angekündigt, dass sie ein Kostensenkungsprogramm eingeführt hat. Mit dem Ziel: Bis zum Jahr 2017 sollen rund USD 1,5 bis 2 Milliarden an Kosten eliminiert werden. Im Vergleich zum gesamten Umsatz von circa USD 20,5 Milliarden ist das Nutzen-Spar-Verhältnis gut.

Stärken- und Schwächen-Analyse / Fundamental-Analyse:
Stärken:

  • Das Joint Venture mit PG könnte sich als sehr gute Wachstumsstory entpuppen.
  • Als Schlüssel-Gesellschaft auf dem Generikamarkt kann Teva kleinere Mitspieler und Newcomer relativ gut neutralisieren.
  • Teva hat einen sehr guten und beständigen Cashflow. Dies ermöglicht der Gesellschaft, die eigene Forschung weiter zu entwickeln und Firmen aufzukaufen.

Schwächen:

  • Fehlschläge bei Forschung und Entwicklung im Medizinbereich sind sehr hoch. Dies ist auch der Fall, wenn bestehende Medikamente neu entwickelt werden. Teva ist da keine Ausnahme.
  • Der Verkaufserlös, ohne das Copaxone-Produkt, ist schwach und mittelfristige wird sich kaum etwas ändern.
  • Indien hat kürzlich einige Patenteingaben von Novartis/Sandoz nicht angenommen. Dies könnte bedeuten, dass Indien seine eigene Pharmaindustrie gegenüber den Produkten Laquinimod, Huntexil und/oder XEN402 (alle von Teva) schützen möchte.
  • Teva ist derzeit nicht fähig, das Unternehmen Cephalon zu kaufen.