Ein Startverbot für Air France-KLM / The grounding for Air France-KLM
Als Eidgenosse kann ich es nicht lassen, eine Äußerung zur Lage der Air France und der Swissair im Jahre 2001 zu machen. Der Kontext ist sicherlich nicht derselbe, aber das Ergebnis wird möglicherweise das gleiche sein. Lassen Sie mich erklären: An einem bestimmten Tag im Oktober 2001 wurden alle Flugzeuge der Swissair nach Zürich zurückgerufen und ein Liquidationsverfahren wurde eingeleitet. Wichtig zu wissen ist, dass weder die Landesregierung, noch die Bevölkerung oder etwa die Beschäftigten die Wahl hatten, den Konkurs des Unternehmens zu akzeptieren – oder nicht. Es war eine vollendete Tatsache, das Resultat einer negativen Bilanz.
Nun, 13 Jahre später: Die anschließend neu gegründete Gesellschaft wurde durch die Lufthansa für einen symbolischen Franken übernommen, wo steht die Gesellschaft heute?
Antwort: Meiner Ansicht nach ist die heutige Situation bei Weitem nicht schlechter als früher, sie ist vielleicht sogar besser! Die Arbeitsplätze wurden beibehalten, das Unternehmen hat sich entwickelt, neue Destinationen wurden erschlossen, und durch den unwahrscheinlichen Verlauf der Geschichte, blieb der Name Swiss erhalten – und noch wichtiger, der Name Swiss wird nach wie vor mit der schweizerischen Qualität und Pünktlichkeit in Verbindung gebracht. Niemand würde je an ihrer Herkunft zweifeln!
Wie sieht es nun mit der Air France aus? Seit mehreren Jahrzehnten wird die Substanz der Gesellschaft durch die Interessen der Gewerkschaften und ihrer Mitarbeiter ausgehöhlt und die Entscheidungen des Managements werden dauernd öffentlich hinterfragt. Auch ist die Air France den harten Richtlinien des internationalen Wettbewerbs ausgesetzt. Alle Versuche von Umstrukturierungen und Anpassungen an alltägliche Regeln scheiterten kläglich. Deshalb ist die Idee, welche für Swissair angewandt wurde, angebracht. Denn welche andere Alternative bleibt übrig?
Eine Volumenreduzierung sowie die Schließung einer Gesellschaft schafft neue Qualitätsstandards – was ein ganz normaler Prozess eines gesamten Gesellschafts-Lebenszyklus ist. Demnach ist es wenig angebracht, langwierige Verhandlungen und Vernehmlassungen durchzuführen. Die Sache mit diesen Verhandlungen ist, dass diese Art des Vorgehens über Tausende Jahre dauern könnt, ohne eine handfeste Lösung zu finden. Also wäre es doch besser, sich gleich mit der Realität auseinanderzusetzen. Somit hat die Empfehlung, die Kosten sofort zu senken, ihren vollen Sinn. Denn nur so kann die Errichtung eines normalen Geschäftsablaufes wieder erreicht werden.
Jedoch weiß ich aber auch, dass die Franzosen keine Eidgenossen sind!
